Bis zur letzten Runde: Wie Acilas Sora bei ihrem ersten Backyard Ultra begleitet hat
Mitte September stand Sora Bungenberg, Teil des Acilas-Teams, zum ersten Mal bei einem Backyard Ultra am Start. Nach 18 Stunden und 120,7 Kilometern beendete sie das Rennen auf Platz 15, gemeinsam mit Michaela Kathriner als letzte beiden Frauen im Feld ("Last Woman Standing"). Das Rennen selbst ging danach noch weiter. An Soras Seite: Cornelius Bungenberg, nicht nur als Familie, sondern als Physiotherapeut und Coach, der sie von der ersten Trainingswoche bis zu diesem Moment begleitet hat.
Was ist eigentlich ein Backyard Ultra?
Die Regeln klingen simpel, sind es aber nicht: Alle Teilnehmenden starten jede volle Stunde zu einer neuen Runde von 6,706 Kilometern. Wer die Runde nicht innerhalb der Stunde schafft oder nicht rechtzeitig zur nächsten Runde antritt, scheidet aus. Es gibt keine fixe Distanz und keine Ziellinie. Das Rennen geht so lange weiter, bis nur noch eine Person übrig bleibt.
Erfunden hat das Format der US-Amerikaner Gary "Lazarus Lake" Cantrell, der auch hinter dem berüchtigten Barkley Marathon steht. In den letzten Jahren ist der Backyard Ultra regelrecht zum Hype geworden, nicht zuletzt, weil Kim Gottwald mit seinem "Last Soul Ultra" das Format in Deutschland einem grossen Publikum bekannt gemacht hat. Auch in der Schweiz gibt es mittlerweile mehrere Austragungsorte, unter anderem "The Last Lap". Dort, in Jegenstorf, war Sora am Start.
Soras erster Backyard Ultra
Mit Platz 15 erreichte Sora gemeinsam mit Michaela Kathriner Runde 18 und damit 120,7 Kilometer. Für einen ersten Backyard Ultra ist das ein starkes Resultat, das vor allem eines zeigt: Vorbereitung und Betreuung machen den Unterschied.
Der Job von Cornelius: mehr als Physiotherapie
Wer schon mal einen Ultramarathon verfolgt hat, kennt das Bild: Alle Augen auf die Läuferin oder den Läufer. Doch wer wirklich über Erfolg oder Ausstieg entscheidet, sitzt oft im Hintergrund: die Crew. Bei einem Backyard Ultra, wo jede Stunde ein neuer "Boxenstopp" ansteht, wird das besonders deutlich. In wenigen Minuten zwischen zwei Runden muss alles passen, sonst ist das Rennen vorbei.
Vor dem Rennen
Die eigentliche Arbeit begann für Cornelius Monate vorher:
Individuelle Trainingsplanung, aufgebaut nach einer Rückenverletzung, die Sora über Ostern zurückgeworfen hatte. Die Reha musste komplett neu gestartet werden
Laufendes Monitoring und Belastungssteuerung, damit die in kurzer Zeit aufgebaute Form nicht in eine erneute Verletzung kippt
Vorbereitung von Ernährungs- und Verpflegungsstrategie für den Renntag
Während des Rennens: Runde für Runde
Zwischen den Runden blieben durchschnittlich nur 10 bis 12 Minuten. In dieser Zeit übernahm Cornelius als Physiotherapeut mehrere Aufgaben gleichzeitig:
Allgemeinzustand checken: bei Sora glücklicherweise über die gesamten 18 Stunden kein einziges Problem. Kein Leistungseinbruch, keine Kreislaufprobleme, kein Schwindel, keine Übelkeit. Sie war durchgehend wach, ansprechbar und klar im Kopf, hat sich zwischen den Runden gut erholt und war zu jedem Start bereit. Nicht ein einziger Moment, in dem wir uns ernsthaft Sorgen machen mussten.
Kurze, gezielte muskuläre Lockerung statt langer Behandlung, denn für mehr ist schlicht keine Zeit
Essen und Trinken tracken und gezielt nachjustieren, inklusive Kontrolle des Koffein-Intakes, damit der Energiehaushalt über 18 Stunden stabil bleibt
Körpertemperatur regulieren: in den Pausen auskühlen verhindern, vor der nächsten Runde wieder aufwärmen
Mentale Stabilität
Athlet:innen scheiden bei einem Backyard Ultra selten aus, weil der Körper nicht mehr kann. Meistens gibt der Kopf vorher auf. Sora hat während des gesamten Rennens auf Schlafpausen verzichtet. Cornelius' Rolle war hier vor allem, ihr mit klaren, ruhigen Ansagen die Sicherheit zu geben, dass sie weiterlaufen kann. Physiotherapie trifft hier auf mentale Führungsarbeit.
Dass Sora die gesamte, in kurzer Zeit aufgebaute Trainingsphase verletzungsfrei überstanden hat und beim Rennen selbst ohne körperliche Probleme durchkam, ist fast so bemerkenswert wie das Ergebnis selbst.
Warum uns das mehr ist als ein Rennwochenende
Genau das ist der ganzheitliche Ansatz, für den Acilas steht: Trainingsplanung, Ernährung, Regeneration und mentale Unterstützung als Gesamtpaket verstehen, ob im Alltag in der Praxis oder live an der Rennstrecke.
Ausblick: Im Oktober sind wir wieder dabei. Im Oktober begleitet Acilas Mattia Pantaleo bei seinem Backyard Ultra. Wir freuen uns schon sehr darauf!
Egal ob Ultra-Lauf, HYROX oder ein anderes sportliches Ziel: Eine durchdachte Trainingsplanung und die richtige Betreuung machen den Unterschied zwischen Durchhalten und Aufgeben.
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"Das war nicht nur mein Race und meine Leistung, sondern die Leistung vom gesamten Team. Cornelius wusste bei jedem kleinen Schmerz, wie ich am stärksten durchkomme. Ich konnte mich in den Pausen einfach immer fallen lassen und das ganze Event voll geniessen."